Büroplanung: Individuell statt Einheitsbrei

WUAPAA die redaktion haut ab. Und zwar aus der Innenstadt. In ein neues Büro. Worauf es bei der Büroplanung so ankommt, das haben wir unseren Innenarchitekten, Hartwig Meisslitzer, gefragt.

Schon einmal gesiedelt? Jemanden beim Umzug geholfen? Dann kennt ihr das ja: Überall stehen Kartons herum. Sachen kommen zum Vorschein, die man gar nicht kennt. Staubmäuse tummeln sich hinter Regalen. Eigentlich der blanke Horror. Baustelle auf der Südautobahn nix dagegen – nur ohne Stau.

Mitarbeiter ins Boot holen
So oder so ähnlich hat es sich die letzten Wochen bei uns – also bei WUAPAA die redaktion – abgespielt. Weil wir uns entschlossen haben abzuhauen – nämlich aus der Innenstadt. Genauer gesagt in die Siemensstraße 20. Nicht mehr ganz Innenstadt, aber auch nicht weg vom „Schuss“, wie man so sagt. Die Suche nach einem neuen Büro hat uns schon länger begleitet. Aber die richtigen Räumlichkeiten zu finden ist gar nicht so einfach. „Wichtig war es von Anfang an, die Mitarbeiter bei der Suche ins Boot zu holen“, sagt Ober-WUAPAA Matija Kampuš – also der Geschäftsführer der Redaktions-, Grafik- und Techniktruppe. Das sei auch oberstes Gebot bei der Planung, rät Innenarchitekt Hartwig Meisslitzer, der uns bei unserem Unterfangen begleitet hat.

Büro muss funktionieren
Meisslitzer ist darauf spezialisiert, Büro- und Ordinationsräume zu gestalten. Er sagt: „Ein Büro muss so individuell wie möglich und darf kein Einheitsbrei sein – und es muss für die Menschen darin funktionieren.“ Geht es in die Planung, solle man Mitarbeiter nach kreativen Ansätzen fragen und sich folgende Gedanken machen: Wer wird das Büro nutzen? Wie wird es genutzt? Wie groß soll es sein? Welcher Standort kommt in Frage? Und was soll das Büro für die Menschen, die darin arbeiten, können? Im Büro solle es auf jeden Fall Ecken für Einzelbesprechungen geben und auch genügend Platz für größere Meetings. „Wichtig ist, dass man sich wohlfühlt“, sagt Meisslitzer.

Bei der Gestaltung rät Meisslitzer ebenfalls zur Flexibilität. So sollen sich Plätze ergänzen können – oft kommt ja doch ein Arbeitsplatz dazu oder wieder weg. Tische und Stühle sollen heutzutage höhenverstellbar sein und es müsse auch Raum zur Verfügung gestellt werden, wo sich Mitarbeiter zurückziehen können.

Wabenplissees statt Eierkartons
Einen Rückzieher von der Innenstadt haben wir auch gemacht. Warum eigentlich? Also der Standort war natürlich top! Dennoch kann einem die Dauerbeschallung aus den Gassen von den unterschiedlichsten Musikanten schon mal den Nerv ziehen. So ist auch die Akustik im Büro ein großes Thema – vor allem in den heutigen Großraumbüros, wie wir es zukünftig haben. Hier rät Meisslitzer zu Wabenplissees – also zu Vorhängen, die als Schallschlucker dienen. Quasi so wie die berühmten Eierkartons an den Wänden der Proberäume von so mancher Nachwuchsband. Raumteiler und Teppichböden verringern ebenfalls die Geräuschkulisse. Neigt der Bürobesitzer zu einem „grünen Daumen“, können auch Pflanzen als Schallschutz dienen. Pflanzen tragen außerdem zum Büroklima bei – also zum Raumklima und nicht zum Klima unter den Mitarbeitern. Streitigkeiten kann nämlich ein Ficus auch nicht schlichten. Aber das ist eine andere Geschichte. Zum Raumklima gehört natürlich auch die richtige Belüftung – es soll Fenster geben, die man auch öffnen kann, und eventuell auch eine Klimaanlage, damit man im Sommer vor lauter Hitze nicht auf dem Bürostuhl picken bleibt.

Eine große Rolle spielt im Büro auch Farbe. So sollen die Firmenfarben in die Büroeinrichtung einfließen. Dann bekommt der Firmensitz ein rundes Erscheinungsbild – das solle sich vom Empfangsbereich über die Bürotische bis hin zum Webauftritt und Briefpapier durchziehen. Von zu knalligen Farben rät Meisslitzer ab.

Durchgezogen haben wir auf jeden Fall unseren Umzug. Und wer sich selbst von unseren neuen Räumlichkeiten überzeugen will, kann gerne persönlich vorbeischauen – also in der Siemensstraße 20 in Klagenfurt. Beim Siedeln muss ja nicht mehr geholfen werden. Das haben wir schon erledigt 😉