Der Teufel und die süße Biene

Warum Winfried Dareb, unser Experte für sämtliche Drucksorten, in seinem Haus ein Jahrhunderte altes, süßes Geheimnis mit grusligen Ausprägungen versteckt.

Der Mann hat gut reden. „Langsam bewegen, nicht hektisch werden“, ermahnt mich Winfried Dareb, „bei dieser Hitze werden die Tiere ganz nervös“. Nervös wie ich auch. Während Dareb ruhig von Bienenstock zu Bienenstock geht, sind meine Augen das einzige, was sich bei mir bewegt. Wir befinden uns am ORF-Gelände nahe der Klagenfurter Innenstadt. Hier haben die Cityimker mehrere Bienenstöcke. Und Dareb genießt hier seinen Heimvorteil. „Ich habe die Liebe zu den Bienen von meinem Vater geerbt, bin aber selbst kein Imker“, so der Druckexperte, der in seiner Freizeit gemeinsam mit einem Team engagierter Freiwilliger versucht, die braven Tiere wieder in die Stadt zu bringen und Bewusstseinsbildung für die Wichtigkeit der kleinen Lebewesen zu schaffen. Der Verein selbst züchtet mittlerweile in Klagenfurt 60 Völker mit jeweils bis zu 60.000 Bienen, weitere 50 werden von Vereinsmitgliedern betreut.

Winfried Dareb neben den Bienenstöcken am Klagenfurter ORF-Gelände
Hat keine Angst vor einem Bienenstich: Winfried Dareb neben den Stöcken der Cityimker auf dem Klagenfurter ORF-Gelände. Übrigens, im Video weiter unten gibt es die Erklärung zum Motiv auf dem Bienenbrett.
Winfried Dareb zeigt auf ein Bienenbrett
Dieses Bienenstockstirnbrett ist fast 140 Jahre alt. Auf Auktionsseiten werden diese Antiquitäten ab 100 Euro gehandelt.
Winfried Dareb zeigt Bienenbrett mit der Heiligen Mutter Maria und Kind
Sehr viele Bienenstockstirnbretter sind mit religiösen Motiven verziert.
Blumensymbole am Bienenbrett
Dareb besitzt fast 400 Stück dieser Raritäten aus dem Rosental und aus der Umgebung um Krain.
Winfried Dareb zeigt ein Stirnbrett mit Teufel
Ja ich gebe es zu: Das Motiv mit dem Teufel hat mir am meisten imponiert. Vielleicht auch, weil ich es nicht deuten kann.

Wenn der Teufel auf die Jagd geht

Wir verlassen die Bienenstöcke, bleiben aber am ORF-Gelände. Denn Winfried Dareb hat ein paar Schätze mitgebracht. Keinen Honig, auch kein Propolis. Dafür Teuflisches – in Form eines Bienenbretts, oder ganz richtig ausgesprochen Bienenstockstirnbretts. Gemeint sind die bemalten Vorderseiten von Bienenstöcken. „Jeder Bienenstock im Rosental und in der Umgebung rund um Krain hatte früher unterschiedliche Motive, die eine Schutzwirkung haben sollten. Er zeigt mir ein Brett mit Schutzpatronen, eins mit der Heiligen Maria. Und eins mit dem Teufel, der eine von einem Drachen geführte Kutsche anschiebt. Gruslig, aber imposant. Knapp 400 solcher Kunstwerke hat der eifrige Sammler bei sich zu Hause. „Mein Vater hat sich vor 50 Jahren einen Bauernhof in St. Margarethen zugelegt und fand hier und in der Umgebung diese Antiquitäten.“ Die älteste Tafel, die er mit dabei hat, ist aus dem Jahr 1885.

Mittagessen im Europapark, Abendessen am Lendkanal

Die neuen Bienenstöcke sind nicht mehr so kunstvoll verziert. Auch nicht die der Cityimker am ORF-Gelände. Wobei – den Bienen sind die Verzierungen egal. 30, 40, vielleicht sogar mehr bringen gleichzeitig den gesammelten Nektar zum Bienenstock. Bis zu dreieinhalb Kilometer war jede dieser Bienen heute schon von ihrem Stock entfernt. Mit dieser Reichweite schaffen sie es also nicht, Klagenfurt zu verlassen. Wobei mit dem Lendkanal und dem Europapark bietet die Stadt perfekte Anflugsziele für die Mahlzeiten. Und das ist auch gut so. „Nur der regionale Honig erzielt den höchsten Gesundheitswert für den Menschen. Weil wir an die Pollen und Blüten in unserer Umgebung gewohnt sind“. Deshalb empfiehlt er die zahlreichen Produkte der Cityimker – von den Propolis-Tropfen bis zur Lippenpflege. Natürlich darf die Frage nicht fehlen, welches Produkt er am liebsten hat. „Den ganz normalen, einfachen Honig. Der ist teuflisch gut!“

„Nur der regionale Honig erzielt den höchsten Gesundheitswert für den Menschen. Weil wir an die Pollen und Blüten in unserer Umgebung gewohnt sind“

Mehr Infos zu den Cityimkern finden Sie unter www.cityimker.at.

Über den Autor: Matija ist Geschäftsführer bei WUAPAA die redaktion und Honigliebhaber. Seine Freizeit widmet er aber nicht den Bienen, sondern der Familie. Und – wenn es sein muss – auch dem Haushalt. Du hast Feedback? Dann schreib an matija.kampus@wuapaa.com.