Homepage vorhanden, Zielgruppe gesucht!

Warum ein klares Bild der Internutzer noch mehr Fragen als Lösungen aufwirft. Ein Rückblick auf mein Praktikum in der Diakonie de La Tour.

Mit Praktika habe ich so mein Problem. Wenn Studenten oder Schüler bei uns danach fragen, sage ich meistens ab, weil wir keinen Platz und auch keine Personalressourcen haben – kurz: Weil es zu viel Umstände macht. Und jetzt das. Eine Kollegin hat die Idee, wir drehen den Spieß um. Der Chef meldet sich für ein Praktikum, um andere Betriebe kennenzulernen. Dass sich jemand auf unseren Aufruf im Newsletter und im Facebook-Auftritt melden würde, ok. Aber dass wir sogar selektieren müssen, damit habe ich nicht gerechnet. Und schon wenige Wochen später bin ich mein erstes Praktikum seit knapp 20 Jahren in der Diakonie de La Tour angetreten.

Website statt Wurstsemmel
Der Tag beginnt mit Arbeit. Nein kein Wurstsemmelholen, wie mir Kommunikationsleiter Hansjörg Szepannek scherzhaft in einem Vorgespräch angekündigt hat. Wir schauen uns die Zielgruppen für die neue Website der Diakonie durch. Und als Praktikant bin ich Workshopleiter und habe dafür einige Methoden vorbereitet.

Gebt euren Zielgruppen ein Gesicht
Unter anderem gibt das Team des Diakonie-Kommunikationsreferats den Zielgruppen ein konkretes Gesicht. Hintergrund: Mit einer Person vor Augen kann ich leichter die Anforderungen und Bedürfnisse der Adressaten erkennen. Und die Teilnehmenden strengten sich so richtig an. Sie zeichneten für jede Zielgruppe eine Person, gaben ihr ein Geschlecht und einen Namen, wählten Hobbys und auch Eigenheiten. Drei Menschen wurden so gezeichnet – Spendende, Angehörige und Entscheidungstragende in öffentlichen Einrichtungen.

Drei Zielgruppen, aber nur eine Person
Das Spannende dabei: Die getrennt voneinander arbeiteten Gruppen zeichneten die fast identische Person – eine gebildete Frau mittleren Alters mit Familie, Haus und Garten. Als Workshopleiter könnte ich jetzt sagen: „Supi gemacht, wir haben unser Ergebnis und können die Website jetzt ganz einfach anhand des Personenprofils gestalten – zuerst erreichen wir die Zielgruppe mit hochwertigen emotionalen Inhalten, anschließend müssen Fakten nachgeliefert werden, die das Können der Diakonie untermauern…“ Halt, Stopp!

Wenn das Bauchgefühl einmal nicht entscheidet
Bei einem so eindeutigen Ergebnis ist die Gefahr groß, einseitig zu werden. Um an der Website-Struktur weiterzuarbeiten ist es unabdingbar, dass diese Zielgruppen auch quantitativ untersucht werden. Dazu müssen die einzelnen Diakonie-Einrichtungen wie Wohnheime, aber auch die Ansprechpartner der öffentlichen Institutionen sowie die Spender analysiert werden. Und was auf alle Fälle noch berücksichtigt werden muss: Sind die Zielgruppen auch Website-Nutzer. Wenn nicht, müssen alternative Kanäle gefunden werden.

Fazit: Mein Praktikumstag warf für die Diakonie zum Schluss mehr Fragen als Antworten auf. Aber es war auch ein wichtiger erster Schritt, um das Projekt „neue Website“ professionell anzugehen. Für mich als Praktikant war der Tag ein echter Gewinn: Es war schön zu sehen, wie engagiert und selbstreflektierend Mitarbeitende Impulse von einem Praktikanten aufnehmen :-).

Wenn Sie auch auf der Suche nach der Zielgruppe für Ihre Homepage sind, dann kontaktieren Sie mich unter matija.kampus@wuapaa.com!

Zum Autor:
Matija Kampuš ist Geschäftsführer von WUAPAA die redaktion und hat hier seinen Traumjob gefunden: Er besucht Kunden und bekommt dabei tolles Feedback für die Leistung seiner Kolleginnen und Kollegen. In seiner Freizeit ist er Familienmensch und Fußballfan.