Pokémon Go – Ein Traum wird wahr!

Seit etwas mehr als zwei Wochen lebe ich meinen Kindheitstraum. Ich fange Pokémon, entwickle sie und kämpfe mit ihnen in Arenen – und das alles im echten Leben! Schon als Kind begleiteten mich Pikachu, Shiggy und Co. zu jeder Zeit. Damals spielte sich alles am GameBoy oder in meiner Fantasie ab, aber jetzt ist es fast ganz real. Dank Smartphone kann ich nun spazieren gehen und dabei Eier ausbrüten, Pokémon fangen und Arenen für mein Team erobern. Wenn ich durch die Klagenfurter Innenstadt oder den Europapark spaziere, erkennt mein geschulter Blick sofort, wer ein Pokémontrainer ist und was er gerade macht. Die Plätze, an denen Arenen oder Pokéstops – Orte an denen man Pokébälle, Tränke und sonstige praktische Sachen bekommt – sind, werden belagert (zum Beispiel das Minimundus in Klagenfurt) und Jugendliche sowie Erwachsene stolpern ohne von den Smartphones aufzusehen durch die Straßen.

Darum geht‘s

Das Spielkonzept ist leicht erklärt. Man braucht ein Smartphone mit mobilem Internet und die Ortungsdienste müssen eingeschaltet werden. Man lädt sich die App im Playstore oder AppStore herunter und dann geht es eigentlich auch schon los. Anmelden kann man sich im TrainerClub, also ein extra Profil erstellen, oder ganz einfach mit einem Google-Account. Als erstes stellt sich, wie bei jedem Pokémonspiel für den GameBoy, der Professor vor. Bei Pokémon Go heißt er Professor Willow – und alle lieben ihn. Man richtet noch einen Avatar ein und wählt einen Spielernamen und danach geht es auch schon los. Wie bei der allerersten Edition am GameBoy sucht man sich sein Starterpokémon Shiggy, Glumanda oder Bisasam, aus. Wenn man allerdings keines der drei fängt und dreimal von ihnen wegläuft taucht plötzlich ein Pikachu auf – und der Traum beginnt.

Im Prinzip geht man dann mit dem Smartphone, auf dem die App läuft, spazieren. Auf der App wird eine Karte der Umgebung angezeigt, in der Pokéstops und Arenen eingezeichnet sind. Wenn ein Pokémon erscheint, vibriert das Smartphone und man kann es fangen. So geht es immer weiter, man bekommt Erfahrungspunkte und mit höherem Level wird man immer stärker. Man könnte meinen es wird langweilig, doch das stimmt nicht. Immer wieder kommen neue Pokémon und je mehr man fängt desto stärker wird man.

Ab Level 5 kann man sich für ein Team entscheiden: Team Intuition (gelb), Team Weisheit (blau) oder Team Wagemut (rot). Diese drei Teams basieren auf den ersten drei legendären Pokémon Zapdos, Arktos und Lavados. Man erobert dann im Namen dieses Teams die Arenen. Die allererste Frage ist also, wenn man einen neuen Trainer trifft, „Welches Team?“

3 Schlagzeilen für Zwischendurch:

  1. Ein Mann aus Neuseeland hat seinen Job gekündigt um Pokémon-Trainer zu werden – andere spielen während der Arbeitszeit.
  2. Der erste Spieler hat schon das bisherige Höchstlevel 40 erreicht – dank Schummeln.
  3. Eltern benennen Ihre Kinder nach Pokémon, zum Beispiel Onyx und Eevee (zu Deutsch Evoli).

Raus an die frische Luft

Meine Mutter hat keine Freude mit Pokémon Go. Wenn ich zu Besuch bei ihr bin herrscht striktes Pokémon-Verbot, denn sie will sich beim Spazieren gehen mit mir unterhalten und mir nicht beim Spielen zusehen. Doch viele Mütter sind auch froh – endlich gehen die Kinder freiwillig aus dem Haus und bewegen sich. Doch der Spielspaß ist auch schnell vorbei, denn die App verbraucht sehr viel Akku. Ich komme mit meinem iPhone 6s mit allen Sparmaßnahmen zirka 3,5 bis 4 Stunden aus, andere nur 1,5 bis 2 Stunden. Abhilfe schafft da dann eine Power Bank, eine externe Stromquelle, die das Smartphone wieder auflädt während man unterwegs ist.

Ich finde es toll mit meinen Freunden unterwegs zu sein und Pokémon zu fangen. An jedem Pokéstop – besonders mit Lockmodul – lernt man neue Leute kennen und es wird einfach nicht langweilig.

Hier noch 6 Tipps für Einsteiger:

  1. Schick nicht alle deine Pokémon zum Professor. Taubsis und Rattfratz eignen sich toll zum Entwickeln, weil es so viele gibt und man nicht viele Bonbons dafür braucht. Besser vorher entwickeln und dann abschicken. Das gibt mehr Erfahrungspunkte und so levelt man sich schneller hoch.
  2. Beim Busfahren kann man wunderbar spielen. Einfach reinsetzen und loslegen. Die Pokémon erwischt man leicht, sie tauchen schneller auf und die Pokéstops bekommt man mit einem guten Timing auch fast alle. Der einzige Nachteil ist, dass die gefahrenen Kilometer kaum etwas zum Ausbrüten der Eier beiträgt.
  3. Schnapp dir ein paar Freunde, zwei bis drei Lockmodule und sucht euch Pokéstops, die nah aneinander liegen. Lockmodule einsetzen und loslegen. Wenn man zusätzlich noch ein Glücksei hat, bekommt man die doppelte Anzahl an EP – also auch, wenn möglich, die Pokémon weiterentwickeln. Oder man geht einfach auf gut Glück los und schnorrt bei einem anderen Lockmodul mit. Man erkennt die Lockmodule an den rosafarbenen Blüten, die aus einem Pokéstop fallen.
  4. Wenn man ein Pokémon in einer Arena hat, kann man sich im Shop rechts oben alle 21 Stunden Münzen abholen und mit diesen dann weitere Bälle, Tränke und mehr Platz für Pokémon und so weiter kaufen. Die Münzen müssen im Shop eingesammelt werden, sonst verfallen sie.
  5. Evolis können sich in drei verschiedene Pokémon weiterentwickeln: Flamara, Aquana und Blitza. Man kann dies beeinflussen wenn man das Evoli vorm Entwickeln umbenennt in Pyro, Rainer oder Sparky.
  6. Drittanbieter liefern Karten auf denen eingezeichnet sind, wo sich gerade welche Pokémon aufhalten. Leider hat das letzte Update diese Möglichkeiten eingedämmt und Niantic (die Entwicklerfirma des Spiels) ist auch sehr dahinter, dass solche Angebote eingestellt werden. Doch ich bin mir sicher, dass in absehbarer Zeit bald etwas Ähnliches wieder zur Verfügung steht. UPDATE (2.8.2016): Die neue App „Smart Poke“ bietet eine ziemlich gute Alternative, ist allerdings nur für Android verfügbar und der erste Anmeldungsprozess ist sehr zeitaufwändig.

Ich verabschiede mich jetzt mit meinem Dauerohrwurm.

Über den Autor: Kristina ist Redakteurin bei WUAPAA die redaktion und seit neuesten Pokémontrainerin für Team Weisheit. In der Uni lernt sie fleißig Sachen von Konvergenz bis Java Script und daheim bekocht sie ihren WG-Mitbewohner (ob er will oder nicht). Du hast Feedback? Dann schreib an kristina.seer@wuapaa.com.

Merken