Vero? Vero…

Seit einiger Zeit ist er in aller Munde: Der neue Social Media Kanal „Vero“! Er soll sowas wie die eierlegende Wollmilchsau sein: Bilder posten wie auf Instagram, Videos wie auf Youtube, Links wie auf Facebook und zusätzlich kann man noch ganz unkompliziert Reviews zu Musik, Filmen, Büchern und Plätzen abgeben. Und ja, es schaut schon ziemlich cool aus, aber was steckt dahinter?

Feed von Vero

Feed von Vero

Anlaufschwierigkeiten mit Vero

Es hat nicht lange gedauert, da wollte ich auch einen Account. Immer öfter hab ich auf Instagram gesehen, dass die Influencer ihre „Cards“, wie sie bei Vero heißen, teilen und Follower wollen. Doch Vero leidet noch sehr unter seinen technischen Schwierigkeiten. Die App reagierte schon während der Registrierung nicht mehr und sendete keinen Aktivierungscode an meine Nummer – ja, für die Registrierung muss man seine Handynummer angeben. Das war für mich dann eigentlich schon das zweite Knock-out-Kriterium, aber es nutzt ja nichts. Als ich endlich einen Account hatte, kam schon die nächste Schwierigkeit: Eigentlich ist dort niemand. Ich kannte niemanden. Nur zwei meiner Kontakte sind registriert und sonst kann man nur Vero-Testimonials folgen, aber wen interessieren die schon?

Newsfeed und Beiträge erstellen

Abgesehen davon, dass mich die Beiträge in meinem Feed nicht interessieren, sieht der Feed ganz normal aus. Man kann Beiträge liken und auch kommentieren. Das besondere daran ist, dass man Produkte, von denen sich man Reviews ansieht, auch gleich kaufen kann. Wenn ich mir eine Review von einem Buch ansehe, kann ich gleich auf „Jetzt kaufen“ bei iBooks gehen, das gleiche gilt für Musik und Filme bei iTunes. Natürlich kann man Vero auch als Messenger verwenden.

Lauftraining im Europapark
 
Lauftraining im Europapark, die zweite
 
Lauftraining an der Drau
 
Lauftraining am Wörthersee, die zweite
 

Die Vero-Flucht

Kaum hatte ich den Account ein paar Tage, wobei niemals die gleiche „Fear of missing out“ entstand wie bei Facebook oder Instagram, kamen auch schon die ersten Meldungen auf Twitter und Instagram, dass man die Plattform wieder verlässt. Wundert mich nicht, denn los ist dort, abgesehen von den bereits erwähnten Testimonials, nichts. Vero positioniert sich als einzig wahrer Social Media Kanal, denn sie verzichten auf Werbung und Algorithmen. Geld wollen sie später mit einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft machen, doch bis dahin ist es noch gratis. Vielleicht schafft es Vero ja doch noch sich zu etablieren. Wenn es soweit ist, hab ich wenigstens schon einen Account und muss dann nicht dafür bezahlen – außerdem weiß ich noch nicht, wie ich meinen Account löschen kann.

 

Über die Autorin: Kristina ist Redakteurin bei WUAPAA die redaktion und bei jedem Social Media Trend dabei (sie hatte Instagram auch schon bevor es cool war ;)). Sie schreibt gerade ihre Masterarbeit und daheim bekocht sie ihren WG-Mitbewohner (ob er will oder nicht). Du hast Feedback? Dann schreib an kristina.seer@wuapaa.com.