Zefix! – Die Kunst, stilvoll zu schimpfen

Schimpfen ist bei uns in der Redaktion ein wichtiger Mechanismus, um an stressigen Tagen leistungsfähig zu bleiben. „Gut für die Psychohygiene!“, so beruhigen wir unser Gewissen. Wir lassen dabei aber nicht einfach mit simplen Kraftausdrücken Dampf ab, nein, ganz entscheidend sind auch gewählte Ausdrucksweise und die Wahl des richtigen Schimpfwortes. Ich als leidenschaftliche Flucherin mit bayerischen Wurzeln bringe einen gestandenen Schimpfwortschatz mit, für den ich gerne auch ungefragt Vokabeltrainerin spiele. „Zefix!“ zähle ich wegen der leichten Aussprache zum Anfänger-Kapitel. Wer wie aus der Pistole geschossen „Sauba sog i!“ im O-Ton zum Besten geben kann, dem mute ich das nächste Level zu: zusammengesetzte Schimpfwörter wie „Hundsgribbe verreckta!“.

 

Wichtig sind neben der Aussprache (!) auch der passende Gesichtsausdruck und die nötige Portion Sarkasmus, um den bajuwarischem Ethos authentisch rüberzubringen. Wenn man also Mimik und Haltung beherrscht, um waschecht bayerisch zu fluchen, ist man bereit für die nächste Herausforderung: neutrales Fluchen. Ja, auch dafür hat sich der gewitzte Süddeutsche etwas einfallen lassen: Damit kann man seinem Ärger Luft machen, ohne jemanden persönlich zu beleidigen oder allzu konkret auf die verfluchte Situation einzugehen: Sagglzement! (Sack Zement!) ist so ein situationsneutraler Kraftausdruck: Passt immer, beleidigt niemanden und hilft garantiert! Wer sich noch nicht über die Vielzahl an Schimpfwort-Vokabeln drübertraut, kann sich fürs Erste auch an das oberste Schimpfgebot halten: „Ned g’schimpft is gnua g’lobt!“

Wenn du auch Schimpfwort-Vokabular für uns hast oder nicht alle Fachausdrücke verstehst, schreib mir einfach: regina.orter-jerney@wuapaa.com

Über den Autor: Regina Orter-Jerney ist Redakteurin bei WUAPAA die redaktion. Als gebürtige Bayerin fühlt sie sich der Schimpfwortkultur verpflichtet und ist für das Reinheitsgebot in der Redaktion verantwortlich.